They shall not pass! SIE WERDEN NICHT DURCHKOMMEN !

They shall not pass!

Battle of Cable Street 1936

Im Folgenden soll auf den historischen Hintergrund des Bündnismottos „They Shall Not Pass“ eingegangen werden.

Angelehnt an das Madrider „No Pasaran“ des Spanischen Bürgerkriegs gegen den Franco-Faschismus wurde in der Londoner Cable Street 1936 ein Aufmarsch der „British Union of Fascists“ durch die Bewohner_innen und zahlreiche weitere Antifaschist_innen verhindert. Dabei entstand „They shall not pass“ – Sie werden nicht durchkommen. Oswald Mosley versuchte mit der „British Union of Fascists“ („BUF“) nach dem Vorbild italienischer und deutscher Faschisten ab 1932 eine Partei in Großbritannien zu etablieren, die vor allem durch ihren Antikommunismus und Protektionismus gekennzeichnet war. Eines der markantesten Erkennungszeichen der „BUF“ waren die schwarzen Uniformen, die ihnen den Zusatz „Blackshirts“ („Schwarzhemden“) einbrachten. Sie waren angelehnt an die Uniformen anderer faschistischer Bewegungen in Europa.  Die Sehnsucht nach der „alten Größe“ Großbritanniens in Zeiten der wirtschaftlichen Depression Anfang der 30er Jahre trieb ihr zahlreiche Mitglieder zu. Oswald Mosley gelang auch es die verschiedenen faschistischen und nationalistischen Strömungen in der British Union of Fascists zu sammeln und so in Hochzeiten zu bis zu 50.000 Mitglieder zu vereinen. Schon im Verlauf der späteren 30er Jahre ließ die Bedeutung der BUF deutlich nach. Die anfänglichen Sympathien aus Teilen der britischen Gesellschaft schwanden mit den politischen Entwicklungen in Europa.   Durch die britische Regierung wurden die Partei 1940 auf Grundlage der „Defence Regulation 18B“ zerschlagen, führende Mitglieder interniert und deren Publikationen verboten.

Die Politik der „BUF“ war ab 1934 in einem immer stärkeren Maße antisemitisch ausgerichtet. Vor allem im Londoner „Eastend“, in dem viele Juden lebten, fiel die „BUF“ durch provokante und gewalttätige Aktionen ihrer „Schwarzhemden“ auf. Neben den Angriffen auf jüdische Geschäfte und jüdische Bewohner_innen kündigte Oswald Mosley 1936 einen Aufmarsch durch den Londoner „Eastend“ an. Eine Petition des „Jewish People’s Council against Fascism and Anti-Semitism“ den BUF-Marsch zu verbieten wurde von 100.000 Menschen unterzeichnet. Ein Verbot kam jedoch nicht zustande, da es vom damaligen Innenminister als undemokratisch bezeichnet worden war.  Zu Beginn bestand auch im Lager der Mosley-Gegner_innen Unklarheit über das Vorgehen gegen den Aufmarsch. Labour-Führer, die Zeitung „The Daily Herald“ und „The Board of Deputies of British Jews“ empfahlen sich fern zu halten. Die Kommunistische Partei hatte bereits für den gleichen Tag, eine Kundgebung auf dem Trafalgar Square zur Unterstützung der Republikaner im Kampf gegen General Franco im Spanischen Bürgerkrieg geplant. Der Druck aus Londons Eastend ließ sie aber ihre Meinung ändern und so wurde kurzfristig unter dem Slogan „They Shall Not Pass“, in Anlehnung ans Spanische „No Pasaran“, mit den  Vorbereitungen begonnen, den Marsch zu stoppen.

Die Schwarzhemden versammelten sich am 4. Oktober zu Beginn des Marschs an verschiedenen Orten der Stadt um ihre Gegner im Unklaren über ihre wirkliche Route zu lassen. Jedoch war die unerwartet große Anzahl an Gegendemonstranten nicht bereit sie auch nur einen Meter ihrer Route laufen zu lassen. Etwa 10 000 Polizisten, davon 4000 auf Pferden, versuchten die Route für die Nazis frei zu räumen, scheiterten aber am breiten Widerstand der Nazigegner_innen.
Früchte, Steine, Flaschen und die Inhalte der Nachttöpfe flogen auf die Polizisten und machten es ihnen unmöglich die Straßen für die Faschisten zu räumen. Hinzu kamen die Barrikaden aus funktonuntüchtig gemachten Straßenbahnen, abgestellten Fahrzeugen und diversen andern Dingen. Der entschlossene Widerstand von bis zu 300.000 Menschen machte es den britischen Nazis unmöglich ihre geplante Route zu laufen. Am Ende mussten die „Schwarzhemden“ auf eine andere Route ausweichen und Oswald Mosley erklärte die Regierung habe sich dem „roten Terror“ ergeben.

Eine Folge des „Battle of Cable Street“ war das Verbot der Uniformierung auf Demonstrationen, welches es der Partei noch schwerer machte öffentlich aufzutreten.  Die Cable Street gilt seit dem als einer der Momente für den fortschreitenden Niedergang der „British Union of Fascists“. Von dieser Propagandaniederlage konnte sich die Partei nie wieder vollständig erholen.

Mehr Infos auf:
★ http://www.battleofcablestreet.org.uk/history.html
★ http://www.guardian.co.uk/theguardian/1936/oct/05/fromthearchive
★ http://en.wikipedia.org/wiki/Battle_of_Cable_Street oder http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_in_der_Cable_Street

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